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04. Februar 2009

Rede vor dem Bayerischen Landtag zu Mindestschülerzahlen pro Klasse

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Sehr geehrte Frau Präsidentin,
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,


Wir Liberalen haben in der Bildungspolitik ein großes Ziel vor Augen:


Wir wollen, dass jede Schülerin und jeder Schüler den bestmöglichen Abschluss erreicht.

Zum Antrag der Freien Wähler: es ist der FDP ein sehr großes Anliegen, dass Grundschulen erhalten bleiben. Die Mindestzahl der Schülerinnen und Schüler liegt hier bereits bei 13 pro Klasse.


Im übrigen ist die geforderte Flexibilisierung an Grundschulen Realität: durch die Möglichkeit, jahrgangskombinierte Klassen einzurichten.


Es hat sich gezeigt, dass das auch pädagogisch sinnvoll ist.

Und die Schule bleibt im Dorf. Die Kinder können sicher im gewohnten Umfeld unterrichtet werden.


Sie müssen keine weiten Schulwege in Kauf nehmen.


____

Bei der Hauptschule hat für uns der Abbau großer Klassen absolute Priorität!


Jede Schülerin und jeder Schüler muss die Möglichkeit haben, gemäß seinen Neigungen und Fähigkeiten zu lernen.


Deshalb ist es für uns das wichtigste, dass wir nicht die Mindest- sondern die Höchst-Schülerzahl pro Klasse senken!


Wir Liberalen haben dafür gekämpft, dass wir bald erheblich mehr Lehrer in Bayern haben.


Wir haben viel erreicht. Aber Lehrer wachsen nun mal nicht auf den Bäumen. Ihre Zahl ist begrenzt und wir müssen die Lehrer so sinnvoll wie möglich einsetzen. Hier müssen wir verantwortungsvoll handeln.


Im Sinne der Schülerinnen und Schüler.



Wir nehmen nicht länger hin, dass es Hauptschulklassen mit bis zu 30 Schülern gibt. Wir wollen gerade für Schüler aus schwierigen sozialen Verhältnissen und vor allem für Schüler mit Migrationshintergrund bessere Chancen bieten.


Ja, die Klassenbildungsrichtlinien sollen flexibilisiert werden.


Aber eine Senkung des Klassenteilers auf 10 schießt über das Ziel hinaus. Wer in Kauf nimmt, dass in Klassen mit hohem Migrantenanteil 30 Schüler unterrichtet werden – was weder für die Schüler noch für die Lehrer zumutbar ist – um woanders Klassen auf 10 Schüler zu verkleinern, der handelt zutiefst ungerecht!


Noch ungerechter wäre es, solche Miniklassen bei den Lehrerstunden so zu behandeln, als hätten sie 23 Schüler. Liebe Grüne, erklären Sie das mal den Schülern, Eltern und Lehrern, die jetzt darauf warten, dass übergroße Klassen endlich abgebaut und ein guter Unterricht möglich wird.


Vor allem aber lassen Sie sich sagen: Mit einer Verringerung der Mindestschülerzahl an einigen Hauptschulen auf 10 wäre den Schülern dort nichtmal gedient:


die Wahlmöglichkeiten der Schüler würden nämlich stark eingeschränkt. Und damit ihre individuellen Entwicklungsmöglichkeiten.


Wir wollen, dass die 3 wählbaren Bildungsschwerpunkte an so vielen Standorten wie möglich erhalten bleiben.


Wie wollen Sie das bei 10 Schülern pro Klasse erreichen?


Wollen Sie 3 Schüler in den gewerblich-technischen, 3 in den kommunikationstechnischen und 2 in den hauswirtschaftlich-sozialen Bereich schicken?


Das ist doch absurd!


Wir wollen die Qualität der Bildung mit sinnvollen Maßnahmen verbessern: Wir wollen zum Beispiel erreichen, dass es mehr Zusammenarbeit in Schulverbünden gibt. So schaffen die Schulen mehr Wahlmöglichkeiten. Das ist eine sinnvolle bildungspolitische Maßnahme. Damit bieten wir den Hauptschülern auf dem Land in Zukunft bessere Chancen zum Aufstieg!


Durch Kooperationsmodelle wollen wir mehr Schülern den Wechsel von der Haupt- an die Realschule erleichtern. Jeder Schüler, der willens und in der Lage ist, den Realschulabschluss zu machen, soll die Möglichkeit dazu haben.


Das ist ein großer Schritt.


Das Wohl der Kinder ist für uns Maßstab einer gerechten und vernünftigen Politik, danach handeln wir.

(Julika Sandt)


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