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04. März 2009

Rede vor dem Bayerischen Landtag zu Quereinsteigern im Lehrerberuf

Sehr geehrte Frau Präsidentin,
sehr geehrte Damen und Herren,

In Bayern ist jeder 4. Lehrer in Bayern über 55 Jahre alt.
Wir wissen, dass wir den Bedarf an Lehrern mit den regulären Lehramtsstudenten leider auf Dauer nicht decken können. Diese Entwicklung müssen wir im Auge behalten, zumal wir ja gerade mehr Lehrerstellen durchgesetzt haben. Mit gutem Grund: Wir haben dafür gekämpft, dass es künftig mehr Ganztagsangebote in Bayern gibt. Dazu brauchen wir Lehrer. Wir wollen durch Intensivierungsstunden mehr Durchlässigkeit von unten nach oben schaffen. Auch dazu brauchen wir Lehrer. Wir wollen, dass Schüler in kleineren Klassen intensiver gefördert werden. Vor allem dort, wo viele Schüler einen Migrationshintergrund haben, wollen wir so mehr Chancengerechtigkeit schaffen. Aus all diesen Gründen brauchen wir mehr Lehrer. Und vor allem gute Lehrer!

Lehrer aus anderen Bundesländern sind mitunter in Fächerkombinationen ausgebildet, die hier nicht zugelassen sind. In Zukunft ist noch intensiver zu prüfen, welche zusätzlichen Kombinationen auch für staatliche Schulen zugelassen werden sollten. Die bestehenden Regelungen müssen weiter gelockert werden, um mehr guten Lehrern den Weg ins Lehramt in Bayern zu bahnen.
Unsere zweite Forderung: Bessere Bedingungen für Quereinsteiger. Wer eine wissenschaftliche Ausbildung in Fächern vorweist, in denen Lehrer benötigt werden, sollte mit einem Zusatzmodul in Pädagogik und Psychologie ins Lehramt wechseln können. Auch ohne Staatsexamen. Auf pädagogische Kompetenz und praktische Erfahrung legen wir großen Wert. Das gilt selbstverständlich auch für Quereinsteiger.
Erinnern wir uns zurück an unsere Schulzeit. Hätten wir nicht gerne den einen oder anderen Lehrer gehabt, der uns etwas Lebenswirklichkeit vermittelt hätte, da er schon Erfahrung in der Berufswelt gesammelt hat? Viel zu oft haben wir nur mit der Theorie aus veralteten Büchern zu tun gehabt.
Ein Diplomkaufmann, der sich in der freien Wirtschaft erfolgreich behauptet hat, ist fachlich mit Sicherheit nicht weniger qualifiziert als ein Lehramtsabsolvent.
Warum soll dieser, mit einem entsprechenden Zusatzmodul, nicht auch unterrichten können?
Ein fehlendes Staatsexamen und eine zu starre Fixierung auf feste Fächerkombinationen dürfen nicht dazu führen, dass man auf dringend benötigte Lehrer verzichtet und Unterrichtsausfall in Kauf nimmt. Nicht nur in der Wirtschaft und in der Forschung und Entwicklung, sondern auch bei den Lehrern befinden wir uns im Wettbewerb um die besten Köpfe. Und die studieren nicht immer von Anfang an Lehramt in Bayern.

Übrigens stehen andere Bundesländer vor ähnlichen Herausforderungen. In diesem Wettbewerb müssen wir die Turnschuhe anziehen um schneller zu sein als andere. Lassen Sie uns dafür sorgen, dass Bayerns Schulen für Lehrer noch attraktiver werden. Vor allem lassen Sie uns unnötige Hürden, die guten Lehrern im Wege stehen niederreissen. Nur so schaffen wir die bestmöglichen Voraussetzungen für die Bildung der Schüler in Bayern. .

Vielen Dank
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