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17. Dezember 2008

Rede vor dem Bayerischen Landtag zur Bezahlung der Musiker des Bayerischen Staatsorchesters

Videoaufzeichnung hier.

Bayern ist ein Kulturstaat.
Das steht in der Verfassung des Freistaats.

Ob bildende Kunst, Theater, Tanz, Literatur, Film oder Musik: Die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur ist eine emotionale und geistige Bereicherung. Kultur beeinflusst unser Leben auf allen Ebenen. Sie schärft die die Urteilsfähigkeit.
Vor allem verbessert Kultur die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in Bayern.

Die FDP erblickt im vielseitigen und hochwertigen Kulturangebot Bayerns auch einen Standortfaktor. Gerade in einer Krise haben wir Glück, dass unsere Wirtschaft von der Vielzahl der Branchen lebt.
Im Zeitalter der elektronischen Übermittlung suchen sich KMUs – vom Architekturbüro bis zur Unternehmensberatung – ihren Standort mehr und mehr nach den sogenannten weichen Standortfakoren aus. Eine lebendige Kulturszene macht eine Region attraktiv für die Wirtschaft.

Gerade die Oper ist Magnet für einen anspruchsvollen und zahlungskräftigen Kulturtourismus. Davon profitieren viele Branchen – von der Gastronomie bis zum Einzelhandel.
Und deshalb muss gerade das Bayerische Staatsorchester auch international konkurrenzfähig bleiben.

Noch verfügt Bayern über eine einzigartige Orchesterlandschaft. In München stehen mit dem Bayerischen Staatsorchester, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Münchner Philharmonikern drei Orchester von Weltrang in direktem Wettbewerb zueinander.
Wenn die Musiker in einem dieser drei Orchester weiterhin deutlich schlechter bezahlt werden als in den beiden anderen, trocknet ein wichtiges Terrain in unserer Orchesterlandschaft aus.

Weil die Bezahlung der Musiker derzeit nicht marktgerecht ist, gibt es beim bayerischen Staatsorchester offene Stellen. Dabei müsste ein solches Weltklasse-Orchester doch eigentlich in der Lage sein, sich die Künstler auszusuchen.

Wenn wir jetzt nicht reagieren, ist es eine Frage der Zeit, bis die Stellen eines Tages zweitklassig besetzt werden müssen. Das Bayerische Staatsorchester würde in die zweite Liga abrutschen. Da wollen wir Liberalen nicht zuschauen, deshalb stellen wir den Dringlichkeitsantrag, diese Rutschpartie unverzüglich zu stoppen.
Noch hat das Staatsorchester sein Renommée. Wer aber darauf spekuliert, dass dieses Ansehen gute Künstler anzieht, die das Staatsorchester als Sprungbrett sehen, macht einen Fehler. Ein Orchester muss perfekt aufeinander abgestimmt sein. In kaum einem Bereich ist eine hohe Fluktuation so schädlich wie in einem Orchester.

Kunst braucht Anerkennung.

Für junge Menschen, die ein Instrument erlernen, muss es Perspektiven geben. Sie brauchen motivierte Vorbilder und Könner, von denen sie lernen. Es muss ein Ziel, eine Vision sein, vielleicht einmal selbst in einem der großen Orchester zu spielen.

Musik in Bayern hat eine große Tradition.
Musik in Bayern braucht eine Zukunft.

Aus all diesen Gründen fordern wir, möglichst umgehend die Bezahlung der Musiker des Bayerischen Staatsorchesters in eine angemessene Relation zu anderen Spitzenorchestern zu setzen.
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